VG News vom 29.11.2009    |    Herausgeber: www.virtual-galopp.de    |    Redaktion: Ariane, Bird, Cinna, Flashbolt, LilithHotaru, luci, Ricarda, Stella

Dies und Das

-LucifersAngel-
Die Qual der Wahl

Ende Oktober 2009 veröffentlichte der Fokus eine Umfrage, in der sich 78 % der befragten Deutschen gegen die Schweinegrippeimpfung aussprachen. Wir wollten wissen, wie die VG-User zu der umstrittenen Impfung stehen und haben nachgefragt.

„Lässt du dich gegen die Schweinegrippe impfen?“ lautete die Frage, die wir stellten. Insgesamt nahmen 99 Personen an den Umfragen teil. Einen ersten Überblick über die Meinungen kann man folgendem Diagramm entnehmen:


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Demnach wollen sich 87 % der Befragten nicht impfen lassen. Lediglich 4 % haben sich bereits impfen lassen oder werden es sicher tun.

Außerdem wollten wir wissen, welche Gründe die User zu ihrer Meinung bewegt hat:

Gegen die Impfung sprach für viele vor allem der Impfstoff, der in ihren Augen nicht ausreichend getestet sei. „[W]er weiß, was in 10 Jahren die Impfung für eine Folge hat?“ fragte Hoppepferdchen (FE) und Villimey (SE/WE) kritisierte, dass ganz Deutschland „als Laborratte für wirkstoffverstärkende Zusätze missbraucht“ werde.
Zudem wurde bemängelt, dass der Impfstoff auch noch Quecksilber enthalte, was Antonia (FE) mit den Worten „dann kann ich auch n Thermometer essen“ kommentierte.

„[S]ollte der Erreger der Schweinegrippe mutieren ist das sowieso alles hinfällig.“ schrieb Cami (FE).

Außerdem ärgerten sich viele darüber, dass deutsche Politiker einen anderen Impfstoff bekommen sollen: „[D]ie größte Schweinerei ist eh das Politiker und Ärzte einen anderen Stoff mit weniger Nebenwirkungen bekommen. Als wären wir irgendwelche minderwertigen Schwachköpfe die man eh nicht braucht.“ meinte Lanima (FE) dazu.

Aber auch die allgemeine Angst vor Impfschäden spielt bei vielen eine Rolle. So beschrieb help me (SE/WE) den Fall eines Bekannten, der von einer Impfung eine leichte geistige Behinderung davontrug, obwohl er davor kerngesund war.


Pixelio - Jenzig71
Zudem sehen viele die momentane Hysterie in den Medien als reine Panikmache an, denn die Schweinegrippe sei in den Augen von Super-N!n@ (FE) „höchstens genauso gefährlich […] wie eine normale Grippe, welche man im Winter auch sehr leicht bekommen kann“. Die meisten haben sich zudem bisher auch nie gegen die normale Influenza impfen lassen, so auch Wanja2008, die berichtete, dass sie jedes Jahr die Grippe habe und trotzdem noch lebe.

Einzig flashbolt (SE/WE) erklärte, dass und warum er sich impfen lassen werde. Er arbeite im Gesundheitswesen und habe daher eine große Verantwortung gegenüber denjenigen, die er pflege, die sowieso schon geschwächt seien und bei denen die Schweinegrippe insofern auch tödlich verlaufen könnte. Normalerweise würde aber auch er sich nicht impfen lassen.

Viele nannten außerdem Möglichkeiten, die in ihren Augen besser geeignet seien, um sich zu schützen. „Viel Händewaschen und kein Kontakt mit besonders vielen Menschen […]“ empfiehl Cami (FE). Cinna (FE) mahnte hingegen zu einem sinnvolleren Umgang mit Krankheiten. Das Problem sei, „dass sich keiner über Inkubationszeiten informiert und dann als wandelnde Ansteckmaschine munter durch die Städte spaziert, weil man sich ja wieder besser fühlt“.

Insgesamt kann man sehen, in welche Richtung das Meinungsbild der VG-Spieler geht. Ob man sich impfen lässt oder nicht, muss wohl jeder Einzelne für sich selbst entscheiden. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr weiterhin so angeregt in den Foren darüber diskutiert.



21.11.09
flowerpower
Daten und Fakten zur "Schweinegrippe"
Was ist die Schweinegrippe? Woran erkenne ich sie? Und muss ich mich impfen lassen?
Entstehung
Am 21. April 2009 berichtete in den USA die oberste Seuchenschutzbehörde erstmals vom Auftauchen eines bislang unbekannten Grippe-Virus. Das neue Virus ähnelt einem Schweinegrippe-Virus vom sogenannten Subtyp H1N1.
Eine genauere genetische Analyse ergab: Das Virus vereinigt Eigenschaften von vier verschiedenen Viren. Von einem nordamerikanischen sowie einem europäisch-asiatischen Schweinevirus (Grippeviren, für die bislang nur Schweine anfällig waren), einem Vogel-Virus und einem menschlichen Influenza-Virus.
Wie das Virus entstanden ist, ist unbekannt. Bekannt aber ist, dass Schweine empfänglich sind für Vogelgrippe- und menschliche Influenza-Viren. Möglicherweise hat sich ein Schwein mit mehreren Viren gleichzeitig angesteckt. In den infizierten Zellen haben die Viren dann untereinander genetisches Material ausgetauscht und sind so mutiert.


Pixelio - Jeger


Verbreitung und Symptome
Auf diese neue Erkrankung ist unser Immunsystem nicht gut bzw. eigentlich überhaupt nicht vorbereitet und die birgt dadurch die Gefahr einer sehr schnellen Verbreitung (die älteren Jahrgänge haben allerdings in der 50er Jahren schon einmal eine ähnliche Grippe-Pandemie erlebt und stehen der neuen Grippe deshalb vielleicht nicht ganz so wehrlos gegenüber wie die jüngeren und ganz jungen).
Übertragen wird die Schweinegrippe durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion, d.h. von Mensch zu Mensch beim Niesen und Husten, wobei die Viren bis zu 2 Meter weit „fliegen“ können, aber auch beim Sprechen und natürlich bei engeren körperlichen Kontakten wie beim Küssen. Die Übertragung kann aber auch über Oberflächen oder Hände erfolgen, die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind. Über die Hand gelangen die Viren in Mund, Nase oder Augen. Deshalb wichtig: Ein wesentlicher Verbreitungsweg für das Virus sind die Hände, mit denen man Türklinken oder Flächen angefasst hat, auf die Erkrankte geniest haben oder die Erkrankte angefasst haben, die vorher in die Hände gehustet haben. Grüdöiches und häufiges Händewaschen ist also schon ein erster Weg, um eine Ansteckung zu vermeiden.
Ansteckend ist eine erkrankte Person für drei bis fünf Tage, zum Teil bis sieben Tage.

Die sogenannte Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen dem Kontakt mit einem Infizierten und dem Ausbruch der Erkrankung beträgt in der Regel ein bis zwei Tage. Wer in dieser Zeit nicht selbst erkrankt, hat sich meistens auch nicht angesteckt.

Typische Symptome einer Schweinegrippe sind Fieber (bei 94% der Patienten) und Husten (bei 92%). Ebenfalls typisch ist eine Halsentzündung bei 66% der Patienten, nicht selten kommt es aber auch zu Durchfall und Übelkeit mit Erbrechen (jeweils ca. 25%). Die Schweinegrippe unterscheidet sich bei vielen Patientinnen und Patienten nicht von einer normalen Grippe mit Halsschmerzen, Schnupfen, allgemeinem Krankheitsgefühl, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Kopfschmerzen.
Im Unterschied zu einer „normalen“ Grippe scheint es bei der Schweinegrippe auch sogenannte monosymptomatische Verläufe zu geben, die nur mit Erbrechen und Durchfall einhergehen. Bei einigen Erkrankten fehlt das Fieber, bei anderen ist Fieber das vorstechende Symptom.
Die schweren Verläufe wurden vor allem bei bestimmten Risikokonstellationen beobachtet: Dazu gehören chronische Atemwegserkrankungen und andere chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, immunsupprimierte Patienten (d.h. Patienten mit Abwehrschwäche, entweder in der Folge von Erkrankungen des Immunsystems oder in der Folge einer das Immunsystem unterdrückenden Therapie), aber auch Schwangere und nicht zuletzt stark Übergewichtige.

Die Impfung
In Deutschland sind derzeit zwei Impfstoffe erhältlich: Pandemrix und Celvapan. Wo aber liegt nun der Unterschied?
Pandemrix enthält einen sogenannten Verstärker (Adjuvans). Der Vorteil dieser Verstärker ist, man benötigt viel weniger Impfstoff, da das Adjuvans das Immunsystem stimuliert und damit eine wesentlich stärkere Immunantwort auf die Impfung hervorruft als ein un-adjuvantiertes Präparat. Man kann also in Zeiten einer drohenden Pandemie in kürzerer Zeit viel mehr Impfstoff herstellen, als wenn man ohne Impfverstärker arbeiten würde. Der Nachteil: Durch die stärkere Immunstimulation kommt es deutlich häufiger und stärker zu Nebenwirkungen.

Das Problem ist: als „normalsterblicher“ Bürger hat man kaum Möglichkeiten, an den Impfstoff ohne Verstärker zu kommen, da unsere fürsorgliche Regierung schon 50 Millionen Impfdosen Pandemrix bestellt hat. Falls ihr noch etwas warten wollt: es ist im Gespräch, bald einen neuen Impfstoff ohne Verstärker auch für uns zur Verfügung zu stellen.

Wer soll sich impfen lassen?
Die Ständige Impfkomission am Robert-Koch-Institut empfiehlt folgendes:
„... In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Impfstoffe in folgender zeitlicher Reihenfolge und Abstufung...
1. Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material
2. Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Malignome (bösartige Tumore), Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, neurologische und neuromuskuläre Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte, HIV-Infektion
3. Schwangere (vorzugsweise ab dem zweiten Drittel) und Wöchnerinnen“

Nebenwirkungen des Impstoffes
Sehr häufig (<10%) wurde über Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Verhärtungen, Schwellung, Schmerzen und Rötung an der Injektionsstelle sowie Fieber und Mattigkeit berichtet. Häufig (1%-10%) kamen zudem einer Schwellung der Lymphknoten, Hautblutungen an der Injektionsstelle, verstärkte Schweißsekretion, eine grippeähnliche Erkrankung und Lokalreaktionen vor. Schlaflosigkeit, Missempfindungen, Benommenheit, Schwindel, Symptome des Magen-Darm-Traktes (wie Diarrhö, Erbrechen, Bauchschmerzen, Übelkeit) Juckreiz oder ein Hautausschlag traten gelegentlich (0,1-1%) auf. Hinsichtlich seltener auftretender Nebenwirkungen wird mit ähnlichen Reaktionen wie sie auch nach Anwendung saisonaler Grippeimpfstoffe beobachtet werden gerechnet.



Cinna



21.11.09
flowerpower
Ein Fan wird erwachsen
- oder: was wird aus einer Boygroup, wenn die Boys älter werden? -

Sie waren ein Phänomen der 90er Jahre und hatten so einprägsame Namen wie „Caught in the Act“, „N'Sync“, „Boyzone“ oder „Worlds Apart“ - die Boygroups.
Sie bestanden aus mindestens 3, maximal 5 oder 6 „Boys“ im Alter von 16 bis 25 und waren eigentlich immer nach demselben Schema gestrickt: der „Alte und Vernünftige“, der die „Vaterrolle“ übernahm und damit auch die älteren Fans zufrieden stellte, der Spaßvogel, der gerne mit verstellter Stimme sprach und immer und überall Grimassen schnitt, der „Rocker“, der entweder Dreadlocks trug oder tätowiert war, manchmal auch beides, und eine beliebige, variable Anzahl gesichtsloser Schönlinge. Ende der 90er verschwanden sie von der Bildfläche, und nur die wenigsten sind heute noch oder wieder im Plattenregal zu finden.
Auch wenn sich das nun nicht so anhört – ja, auch ich war Fan einer Boygroup (das ließ sich als Teenie in den 90ern ja kaum vermeiden) und ich schäme mich nicht dafür.



Denn immerhin war es die damals erfolgreichste Boygroup (wenn man von Take That absieht, die sich zu dem Zeitpunkt schon aufgelöst hatten) – mit weltweit über 100 Millionen verkauften Platten – die Backstreet Boys.
Dem musikinteressierten Leser wird vielleicht bekannt sein, dass auch diese eine Zeit lang in der Versenkung verschwunden waren und nun seit etwa drei Jahren wieder versuchen, an ihre alten Erfolge anzuknüpfen. Und ja, das nächste Geständnis meinerseits: als echter Fan habe ich mir die neuen Alben natürlich gekauft, und ja, ein paar Songs davon sind auch ganz gut.
Und nun kommt's – ich habe das Experiment gewagt und es gewagt, mir ein Konzertkarte zu kaufen. Zehn Jahre sind vergangen, seit ich das letzte Mal morgens um acht vor einer Konzerthalle gesessen und auf einen Platz in der ersten Reihe, möglichst nah an meinen Idolen, gehofft habe. Zehn Jahre, in denen mit mir auch die anderen Fans und natürlich auch die „Boys“ erwachsen geworden sind.
Um es von vornherein zu sagen: dieses Mal saß ich nicht schon zwölf Stunden vor Beginn draußen, und dieses Mal habe ich mich mit einem Stehplatz ganz hinten zufrieden gegeben.
Schließlich bin ich aus dem Alter heraus, wo frau sich blindlings in irgendwelche Stars verliebt, tagelang Plakate mit Sprüchen wie „Brian, I Love You - Marry Me“ bemalt und kreischend irgendwelche Plüschtiere auf die Bühne
wirft, um dann nach 10 Minuten in der ersten Reihe von einem Ordner ohnmächtig in den Sanitätsbereich geschleift zu werden (nicht, dass ich das jemals getan hätte).
Weil ich mich nun als erwachsen und vernünftig geworden betrachte, gehe ich davon aus, dass es mit mir auch die anderen Fans geworden sind und wir uns nun auf dem Konzert treffen, um in alten Erinnerungen zu schwelgen und die Musik einmal ganz ohne hysterisches Gekreische genießen können. Tja, wie man sich irren kann...
Es begann damit, dass ich (wie gesagt, erwachsen und vernünftig) mit einem Arbeitskollegen und seinen drei besten Freunden (alle wie ich Mitte 20 oder älter) erst zwei Stunden vor Konzertbeginn überhaupt Richtung Oberhausen aufbrach. Im Auto lief ganz normal das Radio und nicht die neueste CD der Jungs, und ich hatte auch die Songtexte nicht mal auswendig gelernt. Die Fahrt verlief sehr lustig, meine Begleiter hatten von Anfang an klargestellt, dass sie nur dahin führen, als Gag, um Spaß zu haben, nicht wegen der Musik. Klar.

Pünktlich um 20 Uhr betraten wir die Halle – schon leicht erschrocken, wie leer es denn war. Mit einem ersten Bier in der Hand (das gab es vor 10 Jahren nicht) begaben wir uns in den Innenraum, die Vorgruppe spielte schon. Bis zum letzten Song blieb uns der Name der zwei Rapper, die ihr bestes gaben, verborgen, obwohl man sie eigentlich hätte kennen sollen. Egal, wir waren ja eh wegen der Backstreet Boys da. Die Pause zwischen Vorband und Hauptact zog sich dieses Mal nicht vor lauter Aufregung so lange hin, nein sie war es tatsächlich – ganze 30 Minuten lang passierte nichts.
Wobei, nichts wäre übertrieben, es gab ein wohl ein paar Licht-Tests – und ich war entsetzt – der Innenraum war voll von "Weibern" in meinem Alter, die bei der kleinsten Bewegung des großen Vorhanges begannen zu kreischen! Hallo - wie war das, erwachsen und vernünftig und so? Ich machte mich auf Schlimmeres gefasst. Und tatsächlich – kaum ging das Licht in der Halle aus und die Scheinwerfer richteten sich auf die große Leinwand über der Bühne, fühlte ich mich um mindestens zehn Jahre in der Zeit zurückversetzt. Ein Höllenlärm erklang, hysterisches Gekreische und Gewinke.



Um es kurz zu machen – das Konzert selbst war enttäuschend – die ganzen alten Hits (wegen denen ich ja
hier war) wurden in mehreren Medleys nur angespielt und extrem verkürzt, zwischen den Tanzeinlagen – die längst nicht mehr so spektakulär waren wie damals – bekamen wir kurze Filmchen auf der Leinwand gezeigt, in denen die „Boys“ in Filmszenen aus Matrix oder Fight Club zu sehen waren, und das ganze Spektakel war nach 90 Minuten zu Ende.
Ohne Zugabe, ohne Feuerwerk (ok, es gab Flitterkonfetti von der Decke), ohne große Verabschiedung. Und das, wo die Karten nicht gerade billig waren und tatsächlich schon um elf Uhr morgens die ersten Fans vor der Halle gewartet hatten, wie ich dem Gespräch von zwei Fans vor mir entnahm.
Zumindest hatten meine Begleiter Spaß, sie gröhlten laut mit und machten sich über die Mädels lustig, die teilweise sogar weinend ihre Stars anhimmelten – der steigende Alkoholpegel tat sein übriges.



Und während wir nach dem Konzert mehr oder weniger direkt nach Hause fuhren, gab es wohl tatsächlich noch Mädchen (oder sollte ich nun besser von jungen Frauen sprechen?), die die Fan-Artikel-Stände fast leer kauften und geduldig am Backstage-Ausgang warteten, um einen Blick auf die Tourbusse zu erhaschen.
Der Presse entnahm ich einen Tag später, dass die Halle nicht ausverkauft gewesen war, es waren nur rund 6.000 Karten verkauft worden (traurig, wenn man bedenkt, dass es vor zehn Jahren fast das Zehnfache war!), und nur sieben Plüschtiere insgesamt auf die Bühne geflogen waren. Interessehalber suchte ich im Netz nach anderen Meinungen zu dem Konzert und stieß doch tatsächlich auf ein Forum von Fans – die Mitglieder größtenteils weiblich und tatsächlich alle mindestens Mitte 20 – die sich damit brüsteten, alle Konzerte der aktuellen Tour mitmachen zu wollen und sogar V.I.P.-Pässe zu besitzen.
Verwirrung macht sich in mir breit, und damit auch die Frage – bin ich zu realistisch oder gar pessimistisch, um wie die anderen weiterhin einen unerreichbaren Star anzuhimmeln? Oder anders: ist es normal, mit Mitte 20 sein ganzes Geld für Zugtickets auszugeben um seinem Idol quer durch ganz Europa hinterher zu reisen?
Und noch viel wichtiger - wie nennt man eigentlich eine Boygroup, wenn die Mitglieder schon lange keine „Boys“ mehr sind, sondern inzwischen verheiratet sind und sogar Kinder haben? Gibt es dafür ein Wort, oder muss das noch erfunden werden?
-LucifersAngel-
Recht muss Recht bleiben - Teil 5
Im Rahmen meines Jurastudiums absolvierte ich in diesen Semesterferien ein Praktikum am Landgericht Halle (Saale). Obwohl viele aus höheren Semestern davon abrieten, dies in einer so frühen Phase des Studiums zu tun, bereue ich diese Entscheidung keine Minute – denn welcher Student im zweiten Semester kann schon von sich behaupten, in einem Raum mit einem mutmaßlichen Doppelmörder gesessen zu haben?


Woche 5


Eine sehr kurze fünfte Woche steht vor uns. Eigentlich hätten wir noch bis Mittwoch Praktikum haben sollen, aber unser Zivilrichter hat nur noch Programm für den Montag. An diesem Morgen kommt ein Gerichtsvollzieher, um uns von seiner Tätigkeit zu berichten – und obwohl auch dies kein Beruf für uns ist, ist sein Vortrag wesentlich interessanter als der der beiden Rechtspflegerinnen vor zwei Wochen. Am spannendsten finde ich die Tatsache, dass er manche der Menschen, die er besuchen muss, schon richtiggehend kennt. Manche Leute scheinen also aus der Schuldenfalle gar nicht mehr rauszukommen. Eigentlich traurig. Auch von den Zwangsversteigerungen erzählt er und dass man dort viele Dinge sehr günstig erstehen kann, allerdings ohne jede Garantie. Lustig finde ich, dass viele Menschen sich nicht trauen, ihn auf der Straße zu grüßen aus Angst, jemand könne ihn kennen und daher herausfinden, dass man selber bereits Besuch vom Gerichtsvollzieher hatte.


Luftbild vom Roten Ochsen (Quelle: Google Maps).
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Den Dienstag hängen wir freiwillig dran. Wir hätten schon vor zwei Wochen in den Roten Ochsen gehen sollen, aber die Führung fiel aus. Die holen wir jetzt nach. Der Rote Ochse ist das Gefängnis in Halle. Ich war noch nie in einem Gefängnis und bin daher sehr gespannt. Am Eingang müssen wir unsere Ausweise abgeben und bekommen dafür weiße Karten, auf denen Nummern stehen. Merkwürdige Sache. Dann betreten wir durch eine Sicherheitsschleuse den Gefängnishof. Wahrscheinlich bilde ich mir das ein, aber ich finde es hier – hinter den Mauern – deutlich kälter und windiger, irgendwie scheint sich auch der Himmel verdunkelt zu haben. Als erstes sehen wir eine Untersuchungshaftzelle. Der Raum ist für zwei Leute und er ist winzig. Das Doppelstockbett mit den dünnen, durchgelegenen Matratzen füllt fast den gesamten Platz aus. Hier möchte ich ja nicht schlafen müssen. Dann gehen wir wieder nach draußen auf den Hof. Dort gibt es Volleyball- und Fußballfelder, Tischtennisplatten und ein großes Schachspiel, das aber wohl seltener genutzt wird. Von dort betreten wir die Näherei, einen der gefängnisinternen Betriebe, in dem Gefangene arbeiten können. Es ist ein merkwürdiges Gefühl hier zu stehen und von allen angeschaut zu werden. Vor allem als Frau.
Als nächstes zeigt uns der Sicherheitschef, der die Führung leitet, einen so genannten BGH – einen besonders gesicherten Haftraum. Hier drin ist es nun richtig beklemmend. Der gesamte Raum ist gefliest und in der Mitte liegt eine Gummimatte, an deren Seiten Vorrichtungen angebracht sind, um randalierende Gefangene zu fixieren. Es ist schrecklich warm hier drin, schließlich haben wir schon unsere Wintermäntel an und der Raum muss ständig geheizt sein. Die Gefangenen kommen hier nur in Unterwäsche bekleidet hinein…
Anschließend fahren wir mit dem Fahrstuhl ins Obergeschoss, wo sich Fitness- und Aufenthaltsräume befinden. Der Sicherheitschef erzählt uns, welche Freizeit- und Therapiemöglichkeiten das Gefängnis bietet. Wir lassen uns auf den Sofas im Aufenthaltsraum nieder aber so richtig wohl fühlt sich wohl keiner bei dem Gedanken, wer sonst auf den Polstern sitzt – Mörder, Vergewaltiger etc.

Ich blicke aus dem Fenster und schaue über die Dächer von Halle. Wie schrecklich es sein muss, die Stadt nur von hier sehen zu können und zu wissen, dass man nicht mal eben schnell zum Markt oder zur Burg Giebichenstein laufen kann, die von hier in der Ferne zu sehen sind.

Wir steigen die vielen Treppen hinab und gehen hinüber zum Frauentrakt. Hier haben die Insassinnen sich einen kleinen Garten mit Teich angelegt. Richtig idyllisch wirkt es hier…
Zu guter Letzt nehmen wir den weiten Aufstieg zur neu renovierten und vor wenigen Tagen erst eröffneten Kapelle auf uns. Hier oben hat man gar nicht den Eindruck, dass man in einem Gefängnis ist. Der Sicherheitschef erzählt, dass hier gelegentlich auch Theaterstücke aufgeführt würden. Allerdings seien nicht viele Gefangene wirklich gläubig.

Ich bin eigentlich ganz froh, als ich wenig später wieder auf der anderen Seite der Mauern stehe. Es war ein interessanter lehrreicher Ausflug, aber doch sehr bedrückend. Ich glaube, ich würde dort drinnen verrückt werden.
Das war es nun also, mein Praktikum. Es war spannend und langweilig, lehrreich und ermüdend zugleich. Im Prozess des Doppelmörders von Mansfeld ist im Übrigen noch für dieses Jahr ein Urteil angekündigt. Ich werde dann darüber berichten.
Flashbolt
Filmkritik: Transformers
Wer die kleinen Spielzeugautos aus seiner Kindheit noch kennt, der weiß auch was die Transformers sind. Außerirdische von einem weit, weit entfernten Planeten, die sich nach Belieben in jedes technische Gerät „transformen“ können, und eben auch in Autos. Und zu diesen kleinen Spielzeugautos gab es schon mehrere Zeichentrickserien und 1986 sogar einen Zeichtrickfilm. 2007 entstand dann unter der Regie von Michael Bay die erste Realverfilmung, ganz im Trend der Comicverfilmungen.
Die Story weicht im Großen und Ganzen nicht von den Ursprüngen in den Comics und Zeichentrickserien ab, und auch von anderen, großen Hollywoodproduktionen kaum. Es gibt wie immer ein schwarz-weißes Bild. Die guten „Autobots“ gegen die bösen „Decepticons“. Das ist eigentlich das Grundgerüst, auf dem alles die Transformers betreffendes aufbaut.


Doch im Film spielen auch die Menschen eine große Rolle, vor allem Sam Witwicky, gespielt von Shia LaBeouf. Sam bekommt sein erstes eigenes Auto und will damit erst einmal seine unerreichbare Flamme Mikaela Banes, gespielt von Megan Fox, die mit einem gemeinen Footballer zusammen ist, damit beeindrucken. Leider hat sein Auto währenddessen kleine Schwierigkeiten und der kleine Auslug hat leider nicht den gewünschten Erfolg auf Mikaela. Als Sam dann wieder zu Hause ist, verschwindet sein Auto. Erst geht er davon aus, dass es gestohlen wurde und es stellt sich recht schnell heraus, dass es ein eigenständiges Lebewesen ist, der Autobot Bumblebee.


Und schon bald darauf macht er Bekanntschaft mit einem ersten Decepticon, der eine Karte von ihm haben will. Doch dank der Hilfe von Mikaela und Bumblebee überlebt Sam. Nur um kurz darauf festzustellen, dass der Decepticon nur die Speerspitze war und es jede Menge Decepticons gibt, die hinter Sam hinter her sind. Und das nur, weil der Anführer der Decepticons, Megatron, vor Jahrzehnten in der Antarktis eingefroren ist und Sams Vorfahre ihn irgendwann einmal unbewusst entdeckt hat.
Dabei hat sich die Position von Megatron auf die Brille von Sams Vorfahre gebrannt, die sich heute in Sams Besitz befindet.

Doch die ungleichen Drei stehen den Decepticons nicht mehr lange allein gegenüber, denn schon bald kommen die restlichen vier Autobots aus dem All, unter ihrem Anführer Optimus Prime, um alles ins rechte Licht zu rücken. Ein Kampf, wie könnte es anders sein, ums Überleben der Menschheit beginnt.

Pixelio - Jakub Sproski



Und wer bereits Filme von Michael Bay, wie zum Beispiel Bad Boys oder Pearl Harbour, kennt, der weiß, dass es bildgewaltig wird. Und das ist Transformers auf jeden Fall. Mit Zeitlupen, extrem explosionslastigen Actionszenen und hervorragenden Computeranimationen werden gerade die Transformers erstklassig ins Bild gesetzt. Unter der Bedingung, dass man davon ausgeht, dass Transformers den ganzen Tag nichts anderes tun als Krieg zu führen. Interessant an dieser Stelle ist, dass alle Autobots Autos sind, obwohl ihr Name eigentlich Autonome Roboter bedeutet, während die Decepticons sich ausnahmslos in Kriegsmaschinen transformieren.


Dabei nutzt Michael Bay oft Kameraeinstellungen aus der Point of View Sicht oder Off the Shoulder. Dadurch fühlt sich der Zuschauer oft mittendrin und manchmal kann man sich sogar vorstellen, wie Sam neben einem steht und ängstlich atmet. Die Kameraführung mit ihren schnellen Schritten reißt einen einfach mit, ob man will oder nicht.
Und wahrscheinlich war mit diesen ganzen Special-Effects das Budget ganz schön ausgereizt. Denn weder Shia LaBeouf noch Megan Fox waren zu dieser Zeit wirklich bekannte Schauspieler. Shia LaBeouf hatte zwar schon mehrere kleinere Rollen in bekannten US-Fernsehserien und Filmen, und einen kleineren Durchbruch mit Disturbia, aber wirklich bekannt war er zu dieser Zeit nicht. Doch stand er unter der Fittiche von dem Hollywood Altmeister Steven Spielberg, der ihn bei Michael Bay empfohlen hat. Und Megan Fox hatte bis dato eher nur Gastrollen.
Da beide zum Zeitpunkt des Drehs nach amerikanischem Gesetz noch nicht volljährig waren bekamen sie gerade einmal eine verhältnismäßig kleine Teenager Gage.
Sie waren definitiv mehr wert. Shia LaBeouf, der auch als Comedian auftritt, spielt seine Rolle glaubwürdig und auch mit einer gewissen Selbstironie.

Die Rolle des Teenagers, der zum Helden werden muss, ist wohl schon Hollywood Standardreportoire, doch trotzdem lockert Shia LaBeouf sie immer wieder mit ulkigen Gesten und komischen Sprüchen auf. Und auch Megan Fox spielt ihre Rolle, als High School Schönheit, hinter der sich mehr verbiegt, einmalig. Ohne die beiden wäre Transformers mit Sicherheit nicht so ein großer Erfolg geworden und ohne Transformers wären die beiden niemals so schnell erfolgreich geworden.


Aber der Film glänzt auch durch seine zahlreichen Anspielungen auf die alten Comics oder den Zeichentrickfilm, oder andere Filme wie E.T. oder X-Men. Aufgelockert wird das Actionspektakel immer wieder durch wirkliche lustige Szenen, komische Dialoge oder durch total abgedrehte Figuren, wie den Anführer einer Geheimorganisation, der offensichtlich einen leichten Schaden von seiner Tätigkeit davon getragen hat.
Allerdings kann der Handlungslauf dieser großartigen Kombination nicht ganz folgen. Oft macht die Geschichte einfach kleine Sprünge, die sich allein aus dem Film nicht ergeben. Wer die alten Serien kennt, der weiß worum es geht und kann es nachvollziehen, doch der Unwissende wird alleine gelassen. Was ebenfalls stört ist das ständige Product Placement, das Platzieren von Marken in Filmen, als Werbemittel. Nicht nur die Automarke jedes Autobot wird ausführlich dargestellt, sondern ebenfalls eine bekannte Fast Food Kette und die „Spielzeuge“ der US Armee, die zu großen Teilen am Film beteiligt war.


Transformers ist hat die FSK 12 und ab diesen Alter werden gerade Jüngere oder kindgebliebenen Erwachsene, vor allem die Männer, ihren Spaß haben. Wer gerne anspruchsvolles Kino sieht, dem würde ich Transformers nicht empfehlen. Es ist eine Hollywood Produktion wie sie im Buche steht, doch sie sticht vor allem durch die Hauptdarsteller und die Special Effects aus der grauen Masse heraus. Für mich hat Transformers einfach alles was einen Guten Film ausmacht: Eine gute Story, wenn auch abgegriffene Story, Spannung und jede Menge Komik. Meiner Meinung nach der beste Film 2007.


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