VG News vom 04.01.2010    |    Herausgeber: www.virtual-galopp.de    |    Redaktion: Ariane, Bird, Cinna, Flashbolt, luci, Ricarda, Stella

Dies und Das

03.01.10
danico
Eine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte
Heute möchte ich mal nicht lustig, sondern eher nachdenklich schreiben, auch wenn der Anfang einigen gewiss lustig vorkommen wird.
Die meisten Chatter in der SE/WE kennen mich ja als eingefleischten Atheisten, doch heute, am heiligen Abend, ist mir seltsames passiert.

Angefangen hat alles als wir die Einladung zum Geburtstag von meine Schwägerin bekamen. Ja echt, die hat heute Geburtstag und nullt auch noch. Mit einigem hin und her und Kröten zusammenkratzen haben wir dann einen Mietwagen genommen und sind 6:30 Uhr in Kassel Richtung Offenbach gestartet. Motte freute sich riesig auf ihre Tante und auf die Oma. Hinkel ließ FFH - Weihnachtsradio laufen, die Autobahn war leer und so kamen wir ganz entspannt in Offenbach an. Erstmal schnell zur Oma und sie eingeladen, dann gings ab zum Geburtstagskind.
Nach und nach trudelten die anderen Geburtstagsgäste zum Brunch ein und nach einer kurzen Auftauphase war Motte mit allen gleich Freundin. So mußte dann auch ein Gast nach dem anderen bei Motte ins selbstersonnene "Kino" gehen und auch gleich noch mitspielen. Der Film hieß: Die heiligen drei Könige gehen zum Christkind. Tabaluga und Digby waren Maria und Joseph, Happy (alle drei aus dem Zeichentrick-Tabaluga) war das Christkind, zwei Fehlipferdchen und ein LittlePony mußten die Tiere spielen und drei Buntstifte waren die heiligen drei Könige. Motte hatte ihren Spaß, der Nachmittag rückte immer näher und die Gäste verabschiedeten sich um mit ihren Familien Weihnachten zu feiern.

Für den Nachmittag hatte Elke den Besuch eines Krippenspiels geplant. Motte freute sich drauf, Hinkel lehnte ab, weil er sich lieber für die Rückfahrt nach Kassel ausruhen wollte, so luden wir noch eine Freundin von Elke ein, die allein in Offenbach war. Für Motte und mich sollte es unser erstes Krippenspiel werden.     
Am Eingang begrüßte uns der Pastor und wir bekamen jeder eine Kerze und ein Liederblatt. Motte war stolz auch eine Kerze bekommen zu haben und zeigte sie erstmal jedem, an dem sie vorbei ging. Leider waren in der ersten Reihe nur noch zwei Plätze frei und da ich ja weniger als helfender Erklärer für Motte geeignet war, verkrümelten Liliana und ich uns in die dritte Reihe. Nun nahm ich mir das Liederblatt vor, oh Gott ich kannt nur zwei Lieder davon. Text war zwar bei, aber ich bezeifelte, ob meine Arme lang genug sind um die Texte lesen zu können (die Lesebrille lag bei Hinkel im Auto). Dann ging es los, das Spiel war eine Mischung aus Moderne und Geschichte, gefiel mir sehr gut und auch das Singen (fehlende Textstellen überbrückte ich mit brummen) klappte ganz gut. Auch das Gebet zum Schluß bekam ich dank der guten TV-Aufklärung einigermaßen hin. Dann gingen die Darsteller noch rum und zündeten uns die Kerzen an.

So langsam leerte sich auch die Kirche und auch wir waren zum Aufbruch bereit, als sich Motte plötzlich zum Altar umwandte. Langsam stieg sie die fünf Stufen hoch und betrachtete lange den gekreuzigten Jesus. Ich sah, dass es in ihr arbeitete, ihr noch vor einer Stunde fröhliches Gesichtchen strotzte vor Traurigkeit. Plötzlich dreht sie sich um, schaut mich an und sagt: "Mama, ich möchte nicht sterben und ich will auch nicht in den Himmel". Geschockt stand ich da, mir schossen Tränen in die Augen und ich wußte nicht zu antworten. Elke sprang mir zur Seite und versuchte Motte zu beruhigen, doch Motte schaute vollkommen verzweifelt aus. Da trat der Pastor, der wohl Mottes Worte gehört hatte zu Motte und erklärte ihr in ganz kindlichen Worten, dass Jesus ja nicht wirklich gestorben ist, sondern wieder auferstanden.
Langsam gingen wir zum Ausgang, der Pastor redete noch immer sanft auf Motte ein, als Motte eine Gruppe der Darsteller entdeckte, deren Kerzen  ausgegangen waren. Ohne zu zögern trat Motte an die ja um einiges älteren Kinder heran, streckte ihnen ihre brennende Kerze entgegen und sprach: "Ihr könnt gern von meinem Licht was abhaben". Wieder schossen mir die Tränen in die Augen, der Pastor starrte meine eben noch tieftraurige Motte an, Elke stand mit offenem Mund da.
Wir verabschiedeten uns vom Pastor und gingen langsam zu Elkes Wohnung zurück. Komischerweise gingen Elkes, Lilianas und sogar Mottes Kerzen im Wind aus, nur meine nicht, die hielt sich wacker bis zu Hause. Ich war immer noch tief bewegt von Mottes Reaktion und traute mich nicht die Kerze auszublasen. Elke übernahm das dann für mich.


Quelle: -LucifersAngel-

Wir versorgten schnell noch Elkes Katzen, packten die Instrumente für Elkes und Lilianas Konzert am späten Abend ins Auto und fuhren zur Oma und Hinkel um zu Abend zu essen und zu bescheren. Damit Mottte ja auch reichlich bekommt, hatte ich auch das Päckchen meiner Schwester an Motte mitgenommen. Motte packt es aus sieht etwas blaues und ruft "Mama, ich habs doch gesagt, Nancy schenkt mit Playmobil". Ich drauf: "Und was ist es? Pferde? Dinos? Elfen?". Motte dreht sich um und sagt: "Nein Mama, die heiligen drei Könige".


Longwriter


Quelle: Tiffy



Quelle: Selina*



Quelle: Anonyme Userin - Rennstall Luftikuss (FE)



Quelle: kissofdawn ; Love Metal (FE)
Abitur, 03.01.10
Stella
Abitur
Teil 4
In dieser Echtzeitserie berichte ich über meinen Weg zu Abitur, welches ich als Schülerin in Rheinland-Pfalz bereits Anfang Januar 2010 schreiben werde, und im März zur mündlichen Abiturprüfung antreten werde. Bis dahin wird es sicherlich eine sehr spannende und aufregende Zeit.
Lassen wir es einfach auf uns zu kommen. Die Prüfungen sind am 8.1. (Biologie), 11.1. (Deutsch) und 21.1. (Musik).
Die Weihnachtsferien neigen sich dem Ende entgegen und ich kann es nicht glauben, dass ich nächsten Freitag bereits die erste schriftliche Prüfung habe. In die Ferien bin ich mit der „Horrorvorstellung“ gegangen: den ganzen Tag durch lernen zu müssen. Nichts anderes zu sehen.
Und der optimistischen Einstellung, dass ich mich auch genau daran halten werde. Nun gut, wie waren die letzten zwei Wochen?
Gleich am ersten Wochenende kamen die ersten Vorbereitungen: erst einmal das Zimmer gründlich aufräumen, vor allem den Schreibtisch. Alles runter, was nicht darauf gehört! Und dann begann ich meine Zusammenfassungen zu sichten und sie mit der „inoffiziellen Liste“ zu vergleichen. Diese Liste enthält alle einzelnen Themenunterpunkte zu den großen Hauptthemen in Biologie. Eigentlich sollten wir Schüler sie nie zu Gesicht bekommen, aber der Lehrer unseres Parallelkurses hat sich nicht daran gehalten und gewährte seinen Schülern Einblick in die Liste. Und was machen Schüler? Natürlich! Mit dem Handy abfotografieren… Das machte natürlich schnell die Runde in der Stufe und somit haben wir Schüler die Liste doch – und der Lehrer mächtig Ärger am Hals.

Und damit war ich also am ersten Wochenende beschäftigt – Material sichten, vergleichen, ergänzen, aussortieren. Und dann lagen sie vor mir vier dicke Schnellhefter komplett gefüllt mit Wissen. Nicht zu vergessen ist, dass ich mir einen Zeitplan gemacht habe: Jeder Schnellhefter in 2 Tagen, Weihnachten als halber Tag eingerechnet und auch ein Puffertag darf nicht vergessen werden.

Mein Wecker klingelte immer zwischen 7:30 Uhr und 8:30 Uhr – ich versuche jeden Tag etwas früher aufzustehen, damit ich den Biorhythmus fürs Abitur beibehalte… . Manchmal ging es vom Bett aus direkt an den Schreibtisch und erst später frühstückte ich etwas.
Das schlimmste an der ganzen Zeit ist aber der innere Schweinehund. Und Versuchung des Internets und des Computers. Ständig findet man neue Ausreden, warum man jetzt noch ganz schnell die e-Mails abrufen muss oder auf dieser und jenen Plattform etwas nachschauen muss. Dauert ja nicht lange… Pustekuchen! Das summiert sich! Schwuuups sind zwei Stunden um, und man ist noch nicht weit gekommen.


Der Kopf sucht regelrecht nach Schlupflöchern. Manchmal überholt einen die Müdigkeit. Die ersten Tage habe ich es recht locker gesehen, und dann steigt die Panik auf! Zeitweise kam ich in Verzug und musste am nächsten Tag versuchen wieder in meinen Zeitplan zu kommen. Morgens ist man noch nicht richtig wach – mittags lässt irgendwann die Konzentration nach. Und dann Weihnachten, Feiertage, Sylvester. Gäste im Haus. Unterbrechungen,… . Mittlerweile habe ich für Biologie und Deutsch das Wesentliche gemacht. Und in Biologie kommen jetzt die letzten Tage Übungsaufgaben dran.
Biologie ist so ein tiefes Loch – man lernt und lernt und man kann es nie detailliert genug lernen. Aber dafür hat man keine Zeit (und ich hoffe auch, dass es nicht relevant ist), denn man braucht den Überblick – aber jeden chemischen Vorgang bis auf das Kleinste hin zu analysieren und zu merken. Nein, nicht mit mir!! Und trotzdem: ständig hat man Angst zu wenig zu tun! Und manchmal hat man das Gefühl, dass die Angst berechtigt ist.

Ansonsten liegen auch bei anderen die Nerven blank, vor allem bei denen, die noch nicht so weit mit dem Zusammenfassen waren – bei denen wird es eng und stressig. Ich bin froh, dass ich mir diese Zeit spare und so fast jeden Tag für einige Stunden zu meiner Reitbeteiligung fahren kann, da kann ich abschalten. Und das tun, was alle anderen mir raten (und ich schon gar nicht mehr hören kann): „Du brauchst einen Ausgleich! Nicht immer nur Lernen!“. Das ist der Standardsatz, den alle Abiturienten gesagt bekommen – und das nimmt man sich viel zu sehr zu Herzen.

Ich werde die letzten Tage vorm Abi weiterhin meine Portion lernen, aber es nicht übertreiben – schließlich hab ich die ganzen Jahre ordentlich mitgearbeitet und gelernt und habe ein sehr solides Grundwissen. Und damit bin ich schon immer relativ weit gekommen.
Und in der nächsten Ausgabe werden die ersten zwei schriftlichen Prüfungen hinter mir liegen. Ich hoffe auf eure Daumen und wie es gelaufen ist – das lest ihr dann in der nächsten Ausgabe.
03.01.10
Ricarda/help me
Reiten lernen als Erwachsener

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Teil 6


Ich suchte und ich fand. Eine wunderschöne Friesenstute, 6 Jahre alt und noch sehr unerfahren. Beim Probereiten schon war ich leicht unsicher, ob es passt mit uns, da sie wirklich noch sehr unbalanciert war und ich noch nicht der allersicherste Reiter im Sattel.

Schritt und Trab ging ganz gut. Allerdings war es phasenweise sehr unkontrolliert, vor allem im Trab. Die Besitzerin empfahl mir viele Hufschlagfiguren zu reiten, um die Kontrolle zu halten. Das klappte halbwegs dann. Der Galopp war nur schwer zu kontrollieren, da sie total schwankte. Man hatte fast das Gefühl, sie würde gleich zur Seite weg kippen.

Ich war mir nicht sicher, ob ich das mit Ihr hin bekam, sagte dies der Besitzerin auch. Wir einigten uns erst mal auf einen Probemonat, um dann weiter zu schauen.

So kam ich nun zweimal die Woche um mit der Kleinen zu üben. Anfangs war die Besitzerin immer dabei, oder kam später dazu. Es klappte eigentlich ganz gut. Allerdings war ich recht unsicher im Galopp mit ihr, was mir schon etwas Angst machte, da sie so unbalanciert war.

Die Besitzerin war da zuversichtlicher und meinte sie müsse ja nun nicht mehr kommen. Klappt ja ganz gut mit uns.

Dann kam der Tag, der alles änderte. Wir hatten 2-3 mal "alleine" reiten hinter uns, als sie wohl scheinbar einen schlechten Tag hatte und überhaupt nicht mitarbeiten wollte. Es fing schon beim Satteln an. Sie zickte tierisch rum.

Beim Reiten wurde es dann immer schlimmer. Im Trab raste sie nur durch die Halle. Also ließ ich den Galopp heute mal ausfallen. Ich ritt sie trocken. Da mir warm war, wollte ich meine Weste ausziehen. Nehme den Ärmel raus und scheinbar scheute sie vor dieser Bewegung....Auf einmal galoppierte sie an und wurde immer schneller, raste mit mir unkontrolliert durch die Halle. Ich hatte die pure Panik. Zum Glück konnte ich sie nach zwei Runden vollem Galopp durchparieren. Mit heftigem Herzklopfen ritt ich sie weiter trocken und brachte sie in die Box.
Ich informierte die Besitzerin, was passiert war und sie meinte nur... Ach die ist 3 Tage nicht geritten worden. Die war nur übermütig... Ja, danke auch für die Info.

Drei Tage später war mein nächster Reittag. Diesmal schien sie besser drauf zu sein. Machte im Schritt und Trab ganz gut mit, so das ich sie zwischendurch mal am langen Zügel laufen ließ, zum Entspannen. Beim Wiederaufnehmen der Zügel machte sie einen heftigen Satz zur Seite und mich schmiss es aus dem Sattel. Ich landete unsanft auf dem Hosenboden. Sie guckte nur verdutzt.

Naja, war nix weiter passiert. Also wieder rauf in den Sattel und weiter. Jetzt war sie wie verwandelt und machte gar nicht mehr mit und versuchte ständig wegzuspringen. Als würde sie versuchen mich loszuwerden. Ich fasste den Entschluss, diese Reitbeteiligung aufzugeben und nachher die Besitzerin anzurufen. Was dann kam vergesse ich bis heute nicht.

Beim Trockenreiten preschte sie erneut los und raste mit mir quer durch die Halle. Ich konnte mich nur mühsam oben halten. Drei Rundenlang versuchte ich verzweifelt sie durchzuparieren. Keine Chance. In der nächsten Runde riss ich kräftig am Zügel, was sie aus der Balance brachte und sie ließ sich auf den Zirkel lenken und wurde langsamer. Ich wollte schon aufatmen, als sie beim Wiedererreichen der ganzen Bahn wieder los raste und gleichzeitig zur Seite weg sprang. Es ging alles so schnell, ich hatte keine Chance.


Quelle: www.pixelio.de (Fotograf: nimkenja)
Ich flog im hohen Bogen aus dem Sattel und prallte mit meiner Hüfte gegen die Bande und landete auf dem Rücken und Hinterkopf auf dem Fußboden. Die Stute rannte weiter zügellos durch die Halle. Eine Pflegerin des Stalls hatte wohl mitbekommen, was passiert war, und hatte gesehen, wie die Stute los preschte und ich aus dem Sattel flog, sonst hätte ich mich wohl auch nicht so dran erinnern können. Das meiste weiß ich nur noch aus den Erzählungen.

Ich setzte mich dann auf und bekam erst mal keine Luft mehr und versuchte krampfhaft zu atmen. Die Pflegerin rannte besorgt zu mir, um nach mir zu sehen. Ich versuchte in dem Moment schon aufzustehen, sie wollte mich abhalten, aber ich versicherte, dass es geht.

Ich stand mit viel Mühe auf und hatte Schmerzen im Hüftbereich und jede Menge Sand im Mund. Ich wollte erst mal meinen Mund auswaschen und was trinken. Sie versorgte derweil die Stute.

Unvernünftigerweise rief ich keinen Krankenwagen, obwohl ich kaum laufen konnte, sondern fuhr noch mit meinem eigenen Wagen heim und dann mit meinem Mann ins Krankenhaus.

Das Resultat war ernüchternd. Starke Prellung an der Hüfte und am Fußgelenk und angeknackster Daumen. Damit war das Thema Reiten erst mal erledigt. Der Arzt meinte, ich solle mit mindestens 3-6 Monaten rechnen, je nachdem, wie tief die Prellung sitzt, bis ich wieder absolut schmerzfrei bin.

Ja, und so endete dann mein "Reiten". Ich bin zwar ein halbes Jahr später wieder auf ein Pferd gestiegen, nur um mir zu beweisen, das ich die Angst besiegen kann. Aber leider war es mir zu diesem Zeitpunkt auch finanziell nicht möglich weiter zu reiten.

Aber ich weiß, eines Tages fange ich wieder an. Zwar dann wieder bei Null, aber das ist mir egal.


Das war nun mein persönlicher Erfahrungsbericht. Leider mit keinem Happy End. Aber wer weiß, wie es in ein paar Jahren aussieht. Im Moment fehlt mir einfach noch die Zeit und das Geld für das Projekt Reiten, aber ad acta ist es lang noch nicht gelegt.


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