VG News vom 26.01.2020    |    Herausgeber: www.virtual-galopp.de    |    Redaktion: Ariane, Balli, Conny

VG First Edition

Leitartikel
Conny
Leitartikel 26.1.2020
Es winkt der Februar
Da sind wir schon am Ende des ersten Monats des Jahres 2020 angekommen. Ein paar Tage entfernt winkt uns der nur alle vier Jahre erscheinende "Monster-Februar", der uns einen Tag mehr im Jahr beschert und uns damit auf vielerlei Möglichkeiten durcheinander bringt.

Mag es eigentlich ganz harmlos aussehen, so wird vermutlich jeder mindestens einmal im Jahr an diesen "Mehrtag" erinnert, etwas wird anders sein. Was auch immer. Besonders die an diesem Tag geborenen sind wieder mit den gleichen Witzen konfrontiert, und die am 29. geboren werden, die altern eben nach dem Kalender sehr viel später.

Aber noch ist ja Januar, was scheren uns die Tage des Februars, sie kommen sowieso, ob wir das wollen oder nicht. Genießen wir lieber den klimatisch eher geheimnisvollen Januar in seiner Schwäche, sich nicht richtig winterlich präsentieren zu wollen.

Da sind wir wieder an der Grenzstelle von Realität und Virtualität angekommen, denn bei VG geht alles ganz "Greta-frei" und ganz viel anderer Unsinn bleibt uns hier auch erspart. Wir müssen nicht täglich von einem offenbar unglaublich wichtigen Wert erfahren, der 95% der Menschheit weniger interessiert als der ausreichende Vorrat an Klopapier - ich meine den "DAX".

In den Kommentaren der - neuerdings meist weiblichen - Experten der Börsen und Geldhandelsplätzen der Welt wird blumig beschrieben, wie es dem "Dax" denn heute geht und was auf ihn zukommt oder womit er höher oder tiefer zu erwarten ist, beim nächsten Kommentar in einer Stunde.

Mir sind viel lieber "Faxen"
als Daten von den "Daxen"...


Bis zur nächsten Woche grüßt ganz unbedaxt Eure Conny

Karl Heinz
Unbekannt
Hier wäre noch Platz für Texte und Bilder
comic-0051.gif von 123gif.de



Remember

Conny
Es geht mir gut
Warnung!
Wer Priester oder Mönch ist, auch Nonne oder gar eine Heilige, der sollte diesen Text besser nicht lesen.
Bist du nicht öfter auch jemand, der alles so furchtbar, so ungerecht, so verbesserungswürdig findet, jedenfalls schreibst und sagst du das doch gern, oder? Gut, das mag dann deine Meinung sein und die respektiere ich auch. Aber muss ich sie auch teilen? Nein, und ich sag auch warum…

Allein die Tatsache, dass ich hier gerade schreibe, neben mir eine Tasse frischen und herrlich duftenden Kaffees in einer wunderschönen Kaffeetasse stimmt mich zufrieden. Alles schmeichelt mir, der Tag, das Ambiente, meine Laune, sogar mein Konto hat heute via Internet signalisiert, dass meine Zufriedenheit von der Finanz- und Bankseite nicht unterbrochen wird. Irgendwie bin ich glücklich und zwar nicht zu knapp. Alle in der Familie sind gesund, jedenfalls zurzeit. Manche sind aus schwierigen Phasen wieder in die Normalität zurückgekehrt. Meine Tochter berichtet mir täglich aus ihrer Welt, ihre Schwierigkeiten, die Splitterstellen der Jugend, lassen auch meine Kindheit noch einmal lebendig werden. Und wie oft denke ich, wie ähnlich auch meine Problemchen damals waren.
Und in diese Zufriedenheit, ja in das aufrichtige Glücksgefühl hinein dringt plötzlich ein Gedanke, ein Ruf scheint damit verbunden, ich höre eine innere Alarmsirene. Was stört da meinen Zustand der Glückseeligkeit? Wer botschaftet mir da in die Quere und verlangt Aufmerksamkeit?
Oh ja, die Not in dieser Welt, der Krieg, die Ungerechtigkeiten, die Armut, der Hunger, das Sterben von Unschuldigen, von Kindern. Folter, Hass, Gewalt. Die Deutsche Vergangenheit, Hitler, Konzentrationslager, Mord und Amok. Wieder ist der Briefkasten voll mit Spendenaufrufen gewesen. Irgendwie auch eine neue Form des Ablasshandels. Brauchen wir wieder einen Martin Luther?
Zack – weg ist sie, die gute Stimmung. Nun ist es da, das schlechte Gewissen. Mir geht es gut, sehr gut und so viele Menschen müssen leiden. Hmm, stimmt. So viel ist nicht gerecht in dieser Welt. Ja, auch das stimmt. Und Gewalt und Schrecken sind überall zu finden. Leider ist auch das richtig. Und die Deutsche Vergangenheit darf nie ruhen, wir dürfen das nie vergessen. Klar, ist auch richtig. So. Und nun? Trinke ich nun noch meinen Kaffee oder eile ich gleich zur Bank und spende mir ein wenig gutes Gewissen? Vielleicht kaufe ich noch eine Obdachlosenzeitung und werfe noch 10 Euro in die Büchse für die Schiffbrüchigen und noch 10 in das Kinderhilfesammelschwein am Tresen des Supermarktes. Und ich lese noch ein Kapitel oder wenigstens ein paar Seiten aus den Tagebüchern der Anne Frank. Das müsste doch dann genügen für heute, oder? Geht das Alarmsignal dann weg? Kann ich dann in den Supermarkt fahren und ein wenig Lachs und Kaviar kaufen? Und Jahrgangschampagner? Da liegt nur noch eine Flasche auf Vorrat.
Ich sags mal ganz ehrlich, so wie ich es wirklich fühle. Diese ganze Not und dieses Negativgejammer gehen mir immer öfter furchtbar auf den Keks. Ich habe weder Hitler ins politische Boot geholt noch jemals mit einem Menschen anderen Glaubens heftiger gestritten als mit einem Christen. Wäre mir auch scheißegal, was der glaubt. Und auch die Not der Kinder in der Welt, der Hass und die Gewalt werden nicht weniger, wenn ich jetzt schlechte Laune oder ein schlechtes Gewissen oder eine scheiß Stimmung bekomme. Ich bleibe fröhlich, auch wenn mir diese Missstände zu gegebener Zeit auch Magengrummeln verursachen. NUR JETZT EBEN NICHT! JETZT BIN ICH FRÖHLICH! Und ein schlechtes Gewissen? Ich? Warum, weil ich ehrlich bin? Weil mir vieles eigentlich völlig egal ist, ich nur ganz einfach Betroffenheit zeige, weil das alle so tun? Man macht das, damit zeigt man, welch guter Mensch man ist. Ich nicht, dann bin ich eben ein schlechter Mensch. Ich bestimme in meinem Leben, wann und womit ich auch mental fühle und mitfühle. Jetzt habe ich keine Lust auf Not und Totschlag. Jetzt will ich albern sein und mich des Lebens, meines Lebens, erfreuen.
Ob Gott nur in sein Buch schreibt: Diese Conny bekommt einen Tadel -
oder schreibt er: Termin: Nächsten Samstag mit Conny Kaffee trinken und endlich mal wieder fröhlich und albern sein! Was meint ihr…?




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